Meine Beziehung zu Kosmetik und Make-Up

Heute möchte ich euch mal ein bisschen davon erzählen, wie sich meine Beziehung zu Kosmetik im Laufe der Zeit geändert hat und wo ich im Moment damit stehe. Dabei werde ich gar nicht auf einzelne konkrete Produkte eingehen, sondern auf Produktkategorien im Allgemeinen. Aber seit gewarnt, der Text ist diesmal ziemlich lang …

Meine Beziehung zu Kosmetik begann, wie vermutlich bei jedem, in der Pubertät. Ich war mit einer außergewöhnlich guten Haut gesegnet, hatte nie Probleme mit Pickeln oder Unreinheiten oder gar Akne. Deshalb habe ich nie die Notwendigkeit gesehen spezielle Kosmetikprodukte zu verwenden. Ich habe ein wenig mit Gesichtsreinigung, -wasser und verscheidenen Tag- und Nachtcremes rumexperimentiert (alles konventionell). Da meine Haut aber, wie gesagt, auch ohne gut aussah, war ich meistens zu faul die Pflegeprodukte zu verwenden. Morgens und abends kam also nur kaltes Wasser ins Gesicht und das wars auch schon.

Nach meinem Abitur war ich für fast ein Jahr in Australien. In dieser Zeit war ich über alles froh, was ich nicht in meinem Rucksack mit mir herumtragen musste. Also war meine Kosmetiktasche eher klein und nicht sehr gefüllt: Duschbad, Shampoo, Nagelfeile und -pflegestift, Gesichtscreme, Zinksalbe, Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnseide. Die Gesichtscreme habe ich auch nur verwendet, wenn mein Gesicht mal trocken war und spannte. Also alles sehr sehr minimalistisch.

Eine Weile nach dem ich wieder da war, ist meine Haut schlechter geworden. Ich habe häufiger mit Unreinheiten, Mitessern und Unterlagerungen zu kämpfen und auch immer wieder schmerzhafte Pickel. Seit dem experimentiere ich vermehrt mit diversen Kosmetikprodukten herum. Ich habe aber nie Produkte gefunden, mit denen ich auch nur annähernd zufrieden war. Entweder spannte meine Haut den ganzen Tag oder ich hatte einen Fettfilm auf dem Gesicht. Ich muss allerdings auch zugeben, dass mich das ganze Thema zu der Zeit nicht wirklich interessiert hat und ich einfach wild und eher unregelmäßig herumprobiert habe. Das konnte wohl nichts werden …

Mitte letzten Jahres hatte ich gesundheitlich einige Probleme. Ich steckte mitten in meiner Diplomarbeit und war zutiefst gestresst. Diesen Stress hat man natürlich meiner Haut angesehen. Und dieser Stress hat sich stark auf mein Verdauungssystem geschlagen. Die Folge waren Übelkeit, Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Verstopfungen – das ganze Spektrum. Ich habe irgendwann fast ganz aufgehört zu essen, da alles, was ich zu mir genommen habe, irgendwelche ekligen Gefühle ausgelöst hat.

Ich war einige Zeit krank geschrieben und habe angefangen mich sehr bewusst mit meiner Ernährung auseinander zu setzen. Seit dieser Zeit versuche ich regelmäßig 3-4 Mahlzeiten am Tag zu mir zu nehmen. Ich lege Wert darauf viel Gemüse (am liebsten Bio), wenig Fleisch und so gut wie keine Wurst zu essen. Meinen Zuckerkonsum versuche ich zu reduzieren. Außerdem verzichte ich, soweit wie möglich, auf Fertigprodukte. Ich war noch nie ein großer Maggiesser, aber seit dieser Zeit gab es bei mir kein einziges „Tütenfutter“ mehr. Auch andere Fertigprodukte versuche ich zu vermeiden. Milch hole ich, wann immer es geht, frisch gemolken von der Kuh und mache auch Joghurt daraus selbst. Brot backe ich auch möglichst selbst.

Es gibt noch viele viele Dinge, die ich gern ändern und bei meiner Ernährung beachten würde. Aber zum Einen lebe ich noch (bzw. wieder) im Haushalt meiner Mutter und muss mich da ein wenig anpassen (auch wenn sie viel mitmacht). Zum Anderen LIEBE ich Essen und es gibt einfach auch viele viele ungesunde Dinge, die mir zu gut schmecken, um sie von meinem Speiseplan zu streichen. Also versuche ich mich so bewusst wie möglich zu ernähren, ohne ständig Verzicht üben zu müssen.

Ihr fragt euch vermutlich so langsam, was das mit meiner Kosmetikgeschichte zu tun hat. Nun, das Umdenken zu bewusster Ernährung hat bei mir auch ein Umdenken in Sachen Kosmetik angeregt. Man nimmt Giftstoffe und ähnliches nun mal nicht nur über die Ernährung auf, sondern über alles, was sich auf den Körper auswirkt. Einige Quellen ungesunder Stoffe kann man leider weder abstellen noch vermeiden. Beispielsweise weiß keiner von uns so genau, was sich in der Luft, die wir Tag für Tag einatmen, so befindet. Auch auf die Qualität des Leitungswassers, welches bei uns aus der Wand kommt, haben wir nur bedingt Einfluss. Und trotzdem bin ich immer mehr zu der Überzeugung gelangt, dass ich meinem Körper so wenig schädliche Einflüsse zukommen lassen möchte, wie möglich.

Ein wichtiger Schritt war für mich dabei die konsequente Umstellung meiner Kosmetik auf Naturkosmetikprodukte. Ich gehe seit einiger Zeit regelmäßig zur Kosmetikerin. Ich habe festgestellt, dass ich dadurch für einige Zeit wesentlich weniger Unreinheiten habe. Im Sommer war ich dann das erste Mal bei einer Naturkosmetikerin. Und sie gab mir den entscheidenden Anstoß, um nicht nur auf Naturkosmetik umzustellen, sondern mich ganz allgemein und bewusst mit meiner Nutzung von Kosmetik auseinanderzusetzen. Im Gegensatz zur konventionellen Kosmetikerin hat die Naturkosmetikerin mir ganz konkrete Hinweise zu meiner Pflegeroutine und zu mir passenden Produkten gegeben.

Seitdem pflege ich regelmäßig täglich morgens und abends mein Gesicht. Morgens reinige ich mit einer Reinigungsmilch. Anschließend tonisiere ich das Gesicht und trage auf das feuchte Gesicht eine Lotion bzw. Creme auf. Da ich im Moment auf fettfreie Nachtpflege setze (hat mir die Naturkosmetikerin empfohlen), reinige und tonisiere ich das Gesicht abends lediglich. Einmal wöchentlich verwöhne ich meine Haut mit Reinigung, Dampfbad, Reinigungsmaske und Feuchtigkeitsmaske. Meine Haut fühlt sich seitdem praller und genährter an. Ich habe nie spannende Haut und fühle mich wohl. Lediglich meine Unreinheiten und Mitesser sind kaum weniger geworden. Aber da bin ich momentan noch dran die perfekte Pflege zu finden.

Ein weiterer Anstoß war meine neue Friseurin. Ich habe seit Jahren mit dünnen, strohigen, frizzeligen Haaren zu kämpfen, die spätestens 2 Tage nach dem Waschen extrem fettig werden. Die Friseurin habe ich seit Beginn des Jahres und sie empfahl mir dringend von allen Produkten mit Silikon und ähnlich schädlichen Substanzen wegzukommen, da meine Haare wohl schlichtweg „überpflegt“ waren. Sie riet mir zu Kinder- bzw. Naturkosmetikshampoo. Also habe ich begonnen Naturkosmetikshampoo für Kinder zu verwenden 😉 Meine Haare haben sich seitdem gebessert und inzwischen bin ich soweit, dass ich nur noch einmal wöchentlich meine Haare waschen muss.

Zahncreme und Deo habe ich nach und nach auch durch Naturkosmetik ersetzt. Es gibt weitere Produkte, welche ich erst seit meiner Umstellung auf Naturkosmetik für mich entdeckt habe und seit dem regelmäßig verwende: Meine Füße bekommen morgens und abends eine Massage mit Fußcreme. Seitdem ist meine Hornhaut zurück gegangen und meine Füße fühlen sich weich und zart an. Meine Hände bekommen mehrmals täglich eine Portion Pflege in Form von einer schnell einziehenden Handcreme. Vor dem Schlafengehen massiere ich sie mit einer reichhaltigen Creme, die über Nacht einwirken kann. Meine Lippen pflege ich morgens und abends mit einer reichhaltigen Fettcreme. Während des Tage kommen von Zeit zu Zeit Lippenpflegestifte zum Einsatz. Meine Lippen sind dadurch weniger rissig und auch der Übergang zum Herbst hat ihnen wenig geschadet.

So viel also erstmal zum Thema pflegender Kosmetik. Eventuell habe ich was vergessen, aber so grundlegend ist das die momentane Situation. Das Thema Make-Up ist wesentlich kürzer abgehandelt.

Seit der Pubertät habe ich ab und zu mit dem Make-Up meiner Mutter experimentiert. Zu meiner Konfirmation hat sie mir einen eigenen Eyeliner und eine Mascara gekauft. Ich wusste aber nicht wirklich, wie man damit umgeht und jedes Mal, wenn ich es probiert habe, fand ich das Ergebnis mehr als ernüchternd. Für mich hatten äußerliche Dinge nie einen hohen Stellenwert und deshalb habe ich mich auch ohne Make-Up wohlgefühlt. Im Laufe der Jahre sind ein paar konventionelle Produkte dazu gekommen (Lidschatten, Rouge, Lipgloss), ich habe mich aber lediglich hin und wieder zu besonderen Anlässen geschminkt.

Seit ich mich bewusst mit pflegender Kosmetik auseinander gesetzt habe, ist auch mein Bedürfnis nach Make-Up gestiegen. Da ich nicht sehr viele konventionelle Produkte besaß, war der Umstieg auf Naturkosmetik unkompliziert. Ich hatte kein schlechtes Gewissen, die wenigen Produkte, die bereits konventionell vorhanden (und inzwischen einige Jahre alt) waren durch neue Produkte aus dem Naturkosmetikbereich zu ersetzen. Da ich nicht weiß, ob mein Interesse an Make-Up anhalten wird, habe ich mich zunächst für einige Produkte aus dem Drogerie- und „Billigmarken“-Bereich entschieden.

Leider fehlt es mir auch an Wissen darüber, wie man sich schön schminkt und so habe ich in letzter Zeit vermehrt Tipps und Tricks im Internet gelesen. Inzwischen weiß ich wohl theoretisch zumindest in groben Zügen wie man welche Produkte am besten anwendet, aber mir fehlt es noch sehr an praktischer Erfahrung. Die wird aber hoffentlich mit der Zeit kommen und ich werde irgendwann mal so tolle Make-Ups hinbekommen, wie man an vielen Stellen im Internet sehen kann. 😉

So, jetzt habe ich euch unendlich zugetextet. Aber vielleicht interessiert ja irgendwen, wo ich im Moment überhaupt stehe, was Kosmetik angeht. Ich vermute, dieses Wissen sollte man immer leicht im Hinterkopf haben, wenn man meine Meinung zu Kosmetikprodukten liest. Ich gehe recht naiv und unvoreingenommen an Produkttest heran, da ich so gut wie keinen Vergleich habe.

Wie hat sich denn eure Beziehung zu Kosmetik und Make-Up so entwickelt? Interessiert ihr euch schon seit eurer Pubertät dafür oder seit ihr erst später dazu gekommen?

Bis bald

eure lebensWERTvoll

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3 Gedanken zu “Meine Beziehung zu Kosmetik und Make-Up

  1. Ich bin eher Analyst und kategorisiere alles. Dabei stehe ich mir schon mal selbst im Weg. Drum ist es toll, diesen Blog entdeckt zu haben: du hast ganz andere Ansichten und bist weniger voreingenommen als ich. Das bringt frischen Wind in meine Denke!

    Hängen bei dir Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Gluten, Sorbit oder Milcheiweiß mit der Verschlechterung der Haut zusammen?

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    • Ich habe mich total gefreut über deinen Kommentar! Ich lese deinen Blog sehr sehr gerne und bewunder immer wieder wie viel Wissen du hast und in deine Artikel einfliesen lässt.

      Also meine Ärztin (die sich eigentlich immer gut kümmert) ist der festen Überzeugung, dass ich keine Nahrungsmittelunverträglichkeit habe. Allerdings habe ich so langsam auch den Verdacht, dass irgendsowas auch hinter der ganzen Krankheitsgeschichte letztes Jahr steckt. So 100%ig bin ich da immer noch nicht raus und habe immer wieder mit meiner Verdauung zu kämpfen. Ich wusste nicht, dass eine schlechte Haut auch von Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen kann. Das ist ein guter Anstoß mich nochmal gezielt mit dem Thema zu befassen. Dankeschön!

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  2. Vieles im Körper hängt zusammen. Verdauungsprobleme können auch von zu wenig Bewegung kommen, von zu vielen oder zu wenigen Balaststoffen, … und Ursache und Wirkung können in Wechselbeziehung stehen. Kratzt man, weil es juckt, oder kommt der Juckreiz von verletzter, infizierter Haut? Oder beides?

    Wenn deine Ärztin dich gut durchgecheckt hat wird sie ihre Diagnose auf Fakten aufbauen. Wir sind keine Ärzte, wir bloggen blos, also vertrau ihrem Urteil. Wenn nicht, dann soll sie es dir noch mal erklären. Danach kannst du immer noch weiter sehen.

    Und danke für das Kompliment!

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