Die beste Frauenärztin der Welt

Auch wenn der Eintrag in keinster Weise zu meinen bisherigen passt, muss ich das einfach mal loswerden. Ich habe gerade in einem Blog gelesen, dass eine Frauenärztin ihrer Patienten nach dem Absetzen der Pille quasi gedroht hat, dass sie da schneller schwanger werden könnte und ob sie nicht lieber wieder die Pille nehmen wolle. Und da muss ich heute einfach mal ein Loblied auf meine Frauenärztin singen!

Ich war nun heute nachmittag zufällig gerade zur Vorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin. Ich habe NOCH NIE die Pille genommen. Das hat verschiedene Gründe. Ich war, was sexuelle Dinge angeht, eher ein Spätzünder (immerhin schon 17 bei meinem ersten Mal und 20 bei meinem zweiten Mal). Und zum ersten Mal bei der Frauenärztin war ich erst mit fast 20. Damals dachte ich, dass sich vielleicht eine Beziehung anbahnt und habe mir deshalb das erste Mal Gedanken über Schwangerschaftsverhütung gemacht. Da ich ein sehr vergesslicher Mensch bin, war mir immer klar, dass die Pille nicht gerade ideal für mich ist. Die Frauenärztin hat mir daher bei meinem ersten Besuch bei ihr zum Nuvaring geraten. Den habe ich auch 3 Monate lange getestet. Das war eigentlich ganz in Ordnung. Aber ich habe festgestellt, dass mein Körper sich etwas verändert hat. Da sich das mit der Beziehung nach 3 Monaten erledigt hatte, hab ich das Thema Verhütung dann erstmal fallen gelassen.

Irgendwann habe ich mich wieder damit befasst und mich sehr genau über alle möglichen Alternativen informiert. Tja, und was soll ich sagen, ehrlich gesagt erschienen mir alle Varianten als nicht gut für mich.

Pille, Nuvaring, Hormonzäpfchen und alles andere mit Hormonen: Ich möchte meine Körper nicht mit Hormonen vollpumpen. Da sträubt sich alles in mir. Das ist wie Medikamente nehmen. Und überhaupt, es ist eine gruselige Vorstellung meinem Körper viele Jahre lang vorzugaukeln er wäre schwanger, nur damit ers nicht wirklich wird. Nein, das ist auf keinen Fall eine Option.

Kupferspirale und -kette: Vor allem die Kupferkette finde ich sehr interessant. Aber davon wird dringend abgeraten, wenn man noch Kinder möchte, da immer die Möglichkeit besteht eine Verletzung zu erleiden, die unfruchtbar macht. Und außerdem beruht das Wirkprinzip z.T. auch darauf, dass der Körper permanent gegen einen Fremdkörper „ankämpft“ und daher andauernd eine geringe Entzündung hat. Auch diese Vorstellung finde ich nicht gerade toll. Also auch keine Alternative.

Diaphragma, Portiokappe, Lea Contraceptivum in Verbindung mit Spermiziden: Zum Einen erscheint mir die Anwendung dieser Barrierevarianten als relativ umständlich. Man muss das jeweilige Teil mit dem Sperizid versehen und vor dem Geschlechtsverkehr (so weit ich das verstanden hab sogar eine ganze Weile davor) in der richtigen Position in die Scheide einsetzen. Und nachher (aber nicht direkt nachher) wieder entfernen. Ich persönlich reagiere sehr (positiv!) empfindlich auf Berührungen am Gebärmuttermund. Darauf müsste ich verzichten mit einer Kappe darauf. Zum Anderen sind die Spermizide alles andere als zuträglich für ein gesundes Scheidenmilieu. Da ich sowieso empfindlich dahingehend reagiere, ist das das endgültige K.O.-Kriterium für diese Art von Verhütung.

Damit scheiden, bis auf das Kondom, alle als relativ sicher geltenden Verhütungsmethoden aus. Nach einigen Recherchen bin ich dann vor 4 Jahren bei der Natürlichen Familienplanung (NFP) gelandet. Diese Methode zählt nicht wirklich zu den Verhütungsmethoden. Man erkennt damit lediglich, an welchen Tagen man schwanger werden kann. Wie man das schwanger werden an diesen Tagen verhindert, muss man dann immer noch herausfinden. Ich verwende seit dem die symptothermale Methode. Das ist eine Kombination von Temperatur messen (die Körpertemperatur steigt mit dem Eisprung an) und Kontrolle des Zervixschleims (Billingsmethode).

Als ich noch keine Freund hatte, habe ich Sex, wenn überhaupt, nur an unfruchtbaren Tagen gehabt. Mit Kondom habe ich dabei natürlich immer verhütet. Dabei gings ja dann aber in erster Linie um Geschlechtskrankheiten. Mit meinem Freund verhüten wir an den fruchtbaren Tagen mit Kondom, an den unfruchtbaren Tagen lassen wird das Kondom meistens weg. Meinem Freund macht die Nutzung von Kondomen glücklicherweise nichts aus! Und natürlich finden wir die Vorstellung, dass ich versehentlich doch schwanger werden könnte nicht als die größte Tragödie der Welt 😉

So, ich bin ein wenig abgeschweift. Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Meine Frauenärztin sagte heute zu mir: „Das ist selten, dass eine so junge Frau wie Sie, die nicht direkt plant schwanger zu werden, keine Pille nimmt. Das finde ich sehr mutig von Ihnen.“ Das war aber nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil. Sie weiß, warum ich keine Pille nehme, weil wir uns darüber mal lange unterhalten haben. Und sie hat mir bereits damals gesagt, dass ich mir bei NFP mit Kondom bewusst sein muss, dass es natürlich trotzdem passieren kann, schwanger zu werden (aber das kann auch mit der Pille passieren …). Aber wenn man aufpasst und die Kondome richtig benutzt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht viel höher als mit Pille. „Schön, dass Sie bereits in Ihrem Alter eine so selbstbewusste, wohlinformierte Entscheidung getroffen haben, die zu Ihnen passt.“ Danke, liebe Frau Dr. J., dass ich mit Ihnen eine so tolle und verständnisvolle Frauenärztin habe!

Wie verhütet ihr denn? Und an die Frauen unter euch: Wie ist denn eure Frauenärztin?

Bis bald

eure lebensWERTvoll

 

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3 Gedanken zu “Die beste Frauenärztin der Welt

  1. Liv schreibt:

    Ein tolle Post! Da ich nun schon seit über 10 Jahren in den Niederlanden wohne ist das so eine Sache. Zum Gynäkologen geht man hier eigentlich nicht. Das macht alles der Hausartzt. Ich fand und finde das immer noch doof und habe mir tierish gefreut als mir eine Freundin die aus der Türkei kommt von einem ECHTEN Gynäkologen erzählte der auch noch das Deutsche Prinzip handhabt was den PAP-Abstrich betrifft (denn der wird hier eigentlich nur alle 5 Jahre und auch erst am dem 30. Lebensjahr durchgeführt). Er testet aber zum Glück jedes Jahr und hat so mit einer Freundin von mir wohl auch schon das Leben gerettet. Hätte sie noch 3 Jahre warten müsse, wäre der Gebärmutterhalskrebs wahrscheinlich eine ganz andere Liga gewesen… Was hormone betrifft ist er nicht so vorsichtig. Darum kann ich das FFGZ (feministische Frauen Gesundheits Zentrum empfehlen. Dieses befindet dich in einigen großen Deutschen Städten. Dort wird man gut beraten Eine Portionkappe wird angemessen und man bekommt sogar einen kleinen Kurs wie man diese anwendet. Und auch meine Mama (mit über 65) wurde dort schon gut beraten. Einfach toll für alle die mehr wollen als durchschnittsschulmedizin. Liefs, liv

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    • Da lobe ich mir doch das deutsche Gesundheitssystem! Mag ja auch nicht an allen Stellen ganz toll sein, aber zumindest ist man bei uns flächendeckend mit allen notwenigen Ärzten versorgt. Wenn ich mir vorstelle, dass bei uns der Hausarzt auch gynäkologische Untersuchungen machen würde. Ist ja gruselig … Und gerade für eine fundierte und passende Verhütungsberatung muss man doch auch ausreichend informiert sein. Ja, also nochmal, ein Hoch auf meine Frauenärztin!

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  2. wow! ich hab bisher noch keine solche tollen ärztinnen getroffen. mir wurde IMMER von vornherein die pille empfohlen und mit den Augen gerollt, wenn ich vehement ablehnte.
    dann wurde immer auf meiner nicht vollkommen reinen haut rumgehackt….toll, oder?
    und das war bisher bei allen so.
    bisher hab ich keine methode gefunden, die ich wirklich für mich als passend empfinde, daher fände ich es interessant, wenn du mehr über „deine“ methode berichten würdest!

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